Doch auch in anderer Hinsicht sind wir Jäger und Gejagte, sei es sinnbildlich oder wortwörtlich gemeint. Das trifft auf viele Lebensbereiche zu – und der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.
Mit Jagdwaffen von geringer Reichweite, wie Speer und Pfeil, die in den Malereien auch dargestellt werden, musste er sich den weitaus stärkeren und wehrhaften Tieren, wie Mammut, Wisent, Nashorn und Pferd, bei der Jagd stellen. Denn der Jäger jener Zeit hatte nicht nur Hasen und Hirsche auf seiner Speisekarte.
Bär und Löwe machten ihm die Höhlen, die der Mensch der Steinzeit als schützende Lager- und Kultstätte nutzen musste, streitig. Und so war der Jäger vor 35.000 Jahren sowohl Jäger als auch Gejagter.

Die Jagd in der Gruppe und die Beherrschung des Feuers machte den Mensch gegenüber dem Wildtier überlegen. Dennoch war die Gefahr, sich lebensgefährliche, ja tödliche Verletzungen zuzuziehen, immens. Eine Behandlung oder gar Heilung war so gut wie ausgeschlossen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug gerade einmal 30 Jahre.
Der Mensch sonnt sich gerne im Trugbild seiner Überlegenheit, vergisst aber durchaus dabei, dass er ein Lebewesen darstellt, das von Mängeln, wie der Philosoph Arnold Gehlen schrieb, gekennzeichnet ist.
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Jäger - Schamane - Krieger
Diese Illustration zeigt den Werdegang der Menschheit.
Die Sammler und Jäger jagten und verspeisten auch einander.
Mit der Sesshaftigkeit schaffen Sie Besitz, grenzen die Anderen
(Fremde und Feinde) aus und versklaven sie.
Rainer Schmidt/Arkebek